Tagestipps

Mittwoch 18:25 Uhr Ö1

Journal-Panorama

Traum oder Trauma? Der Corona-Lockdown und die Kinder Viele Kinder dürften vom Schließen der Schulen, durch Isolation, Mangel an Kommunikation und den allgemeinen Corona-Alarmzustand Traumata davongetragen haben. Auch ein Anstieg familiärer Gewalt ist nachweisbar. Manche medizinische Unterversorgung durch die Krise wird aufholbar sein, anderes könnte längerfristig Probleme bereiten, etwa schulische Defizite nach der langen Zeit ohne geregelten Unterricht. Für manche war zumindest der unterrichtsfreie Zeitraum aber weniger Trauma denn Traum: Kinder mit sozialen Ängsten oder Mobbing-Opfer waren froh, endlich einmal nicht in die Schule zu müssen. Das erzählt der Kinderarzt und -psychiater Christian Popow; er ist Spezialist für autistische und ADHS-Kinder, aber auch für Computerspielsucht. Und er engagiert sich für eine bessere kinderärztliche Versorgung in Österreich. Astrid Plank hat mit ihm gesprochen.

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Who Cares?! Eine vielstimmige Personalversammlung der Sorgetragenden Von Swoosh Lieu und Katharina Speckmann Komposition: Katharina Pelosi Mit Claudia Urbschat-Mingues, Daniela Hoffmann, Birte Schnöink u.v.a. Regie: Katharina Pelosi, Rosa Wernecke und Katharina Speckmann NDR 2018 in Kooperation mit Deutschlandradio Who Cares?! - die Altenpflegerin, die alleinerziehende Mutter, die Kindergärtnerin, die Krankenpflegerin. Frauen, die pflegen, erziehen, putzen, kochen und haushalten klingen unterschiedlich, ihre Stimmen sind besondere Stimmen. Wie adressieren sie? Wie manipulieren sie? Wie artikulieren sie ihre Rechte und Bedürfnisse? Das Hörspiel befragt den Einsatz der weiblichen Stimme in Care-Berufen. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Mittwoch 20:05 Uhr NDR Blue

NDR Blue In Concert

Das tägliche Radiokonzert - Heute mit Kate Nash Die Singer-Songwriterin aus London hat bereits mehrere Alben erfolgreich veröffentlicht. Zuletzt erschien 2018 "Yesterday Was Forever" - finanziert hat die Musikerin das über eine Crowdfunding-Kampagne. Die Platte hat sie auch beim A Summer"s Tale vorgestellt, zusammen mit älteren Songs - wir haben für Sie den Mitschnitt des Konzerts bei dem Festival in Luhmühlen.

Mittwoch 21:00 Uhr Ö1

Salzburger Nachtstudio

Hans Blumenberg zum 100. Geburtstag Gestaltung: Michael Reitz Der Münsteraner Philosoph Hans Blumenberg (1920-1996) behauptete, dass es nicht die wissenschaftlichen Definitionen seien, die menschliches Denken und Verhalten bestimmten, sondern unwissenschaftliche Metaphern und Bilder. Mit dem wissenschaftlichen Denken entstehen laut Blumenberg gleichzeitig vorwissenschaftliche Grundmetaphern. Die wissenschaftliche Weltauffassung ist in Wirklichkeit das, was sie am wenigsten sein will: ungenau. Bleibt die Frage, inwieweit Hans Blumenbergs Ansatz heute zur Beschreibung einer immer verflochtener werdenden Welt dienen könnte. Denn folgt man seinem Denken, so entstehen Metaphern immer in Zeiten des Umbruchs. Blumenberg lässt sich in der Epoche der Ideologien keiner der gängigen Philosophieströmungen des 20. Jahrhunderts zuordnen. Stattdessen formulierte er eine umfangreiche Kritik der Moderne. Michael Reitz geht der Bedeutung der kritischen Metaphorologie Hans Blumenbergs für unsere Zeit nach.

Mittwoch 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Neue Musik im Konzert

Maximalkunst Gewaltigen Klangmassen: 110 Musiker braucht es für Jonchaies (Dickicht) des griechischen Klangmagiers Iannis Xenakis.Und es entsteht ein vibrierendes Stimmengewirr, die Erde rumort, Lava glüht, der Kosmos explodiert.

Mittwoch 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Querköpfe

Kabarett, Comedy & schräge Lieder Die Singer-Songwriterin Miss Allie Von Herzen, Regeltagebüchern und Ärgertherapien Ein Porträt von Anja Buchmann Sie nennt sich selbst "die kleine Singer-Songwriterin mit Herz", und ja, sie kann mit 150 cm Körpergröße wohl nicht so einfach Profibasketballerin werden, aber wie sie in einem ihrer Songs schrieb: "Wer das Kleine nicht ehrt, ist das Große nicht wert." Die gebürtige Berlinerin Miss Allie hat Kulturwissenschaften studiert, drei Jahre in Australien gelebt, in Melbourne Straßenmusik gemacht und tourt seit 2016 immer häufiger mit ihrer Gitarre von einer Kleinkunstbühne zur nächsten TV-Show und gewinnt Preise. Sie singt mit klarer, feiner Stimme ihre Songs über die Liebe, den oft merkwürdigen menschlichen Alltag, das Frausein, das Erwachsenwerden, über Dieter, der zur Dieterin umgezaubert wird, und hier und da auch ein bisschen über Politik. "Gelernt ham wir nicht viel" singt sie etwa völlig unironisch in der Single vom 2019er-Album "Aus Scheiße wird Gold" und spendet einen Teil des Erlöses an Fridays for Future.

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Aufstieg und Fall des Kunstberaters Achenbach

Von Rosvita Krausz (Ursendung) Helge Achenbach, Jahrgang 1952, studierter Sozialpädagoge und Quereinsteiger im Kunstgeschäft, hatte in Düsseldorf vor 40 Jahren ein Unternehmen für Art-Consulting aufgebaut. Am liebsten beriet er die Erben sehr großer Vermögen. Half ihnen, hochkarätige Sammlungen mit Wertsteigerungspotenzial aufzubauen. Mit seinem umwerfenden Charme wurde der Menschenfänger, wie er sich selber nennt, zum Liebling der Millionäre und Milliardäre. Als sein Freund, der ALDI-Erbe Berthold Albrecht, signalisierte, dass er bereit war, 60 Millionen Euro in Kunst zu investieren, packte Achenbach die große Gier. Er wollte auch in die Liga des großen Geldes aufsteigen und fing an, Rechnungen zu fälschen. Das funktionierte solange, bis ein Mitarbeiter ihn verpfiff und er 2015 wegen Millionenbetruges an reichen Kunden in 18 Fällen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Als er im April 2018 aus der Haft entlassen wurde, waren seine Unternehmen pleite, sein Firmen-Kunstschatz zwangsversteigert und seine Frau Dorothee hatte die Scheidung eingereicht. Inzwischen konstatiert er: "Ich war ein Spieler. Mein Reichtum war meine Droge. Ich habe alles gehabt, war aber unglücklich." Wie lebt er heute mit seinen rund 18 Millionen Euro Schulden? Sieht er eine Rückfallgefahr? Das bleibt für ihn offen, denn: "Der Teufel ist immer um die Ecke. Die dunkle Seite nie ganz weg." Rosvita Krausz, geboren 1945 in Potsdam, Studium der Germanistik in Hamburg, danach Besuch der NDR Rundfunkschule bei Axel Eggebrecht. Ihre Themen: Porträts von Außenseitern, Grenzgängern, Traumatisierten. Rosvita Krausz ist Langzeitrechercheurin. Sie versucht, den Wahrheiten eines Lebens von möglichst vielen Seiten auf die Spur zu kommen. Rosvita Krausz lebt und arbeitet als freie Rundfunkautorin in Hamburg. Regie: Ulf Köhler Produktion: MDR 2020 (54 Min.)

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Kontinent in permanentem Umbruch Berichte aus Lateinamerika Von Peter B. Schumann Lateinamerika hat seit den 60er-Jahren dramatische Veränderungen erlebt. Diktatoren kamen und gingen, doch inzwischen haben sich fast überall Demokratien dauerhaft etablieren können. Allerdings befinden auch sie sich in einem permanenten Umbruch. Der Neoliberalismus zieht seine meist verheerenden Spuren durch den Kontinent, die tiefen Gräben zwischen Arm und Reich sind noch längst nicht überwunden. Diese Entwicklung und ihre kulturellen und gesellschaftspolitischen Folgen hat der Publizist Peter B. Schumann seit Jahrzehnten beobachtet. In dieser Sendung zieht er ein vorläufiges Resümee seiner Erfahrungen in Brasilien, Argentinien, Chile und Cuba.

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Schwerpunkt: Körper der Gewalt Verfahren Eine audiophone Gerichtsbeschwörung Von Kathrin Röggla Regie: Hannah Georgi Mit: Graham F. Valentine, Meriam Abbas, Astrid Meyerfeld, Fabian Hinrichs, Jan Krauter, Victoria Trauttmansdorff, Serkan Kaya Ton: Jürgen Glosemeyer Produktion: WDR / BR 2020 Länge: 52"55 Es war das spektakulärste Strafverfahren der Nachwendezeit: der Prozess um die NSU-Morde. In fünf Jahren konnten längst nicht alle Fragen geklärt werden. Das Hörspiel destilliert aus dem Gerichtsverfahren eine gespenstische Groteske. "Ein Traumspiel von der Verwandlung der Träume vom Gericht in Albträume", heißt es am Anfang des Hörspiels. Der Prozess um die NSU-Morde dauerte über fünf Jahre, doch aufgeklärt wurde längst nicht alles, was fragwürdig erschien. Für viele ist er deshalb ganz und gar nicht abgeschlossen. Auch in diesem Hörspiel ist die Gerichtsverhandlung längst vorbei, geht aber doch geisterhaft immer weiter: Stimmen von Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern, Zeugen haben sich in den Mikrofonen des Verhandlungssaals verfangen und können nicht entkommen. Immer wieder eröffnet das Hohe Gericht einen neuen Verhandlungstag, wird ein weiterer Zeuge aufgerufen, beharken sich die alten und die neuen Verteidiger, wird über den Gegenstand dieses Prozesses gestritten. Eine Instanz unter Wiederholungszwang. Kathrin Röggla, geboren 1971, österreichische Autorin. Sie schreibt Prosa, Theatertexte, Essays. Vizepräsidentin der Akademie der Künste in Berlin. Theaterstücke u.a.: "die beteiligten" (2009), "worst case" (2010, Nestroy-Theaterpreis). Hörspiele u.a.: "really ground zero - anweisungen zum 11. september" (BR 2002, Radio-Preis der RIAS Berlin-Kommission 2003), "die alarmbereiten" (BR 2009, Hörspiel des Monats August), zuletzt: "Geschäftsführersitzung" (BR 2019).

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